16.10.10

Bibel in gerechter Sprache

POSTED BY: admin

Die Bibel in gerechter Sprache

Die Bibel in gerechter Sprache ist eine neue Übersetzung der biblischen Texte ins Deutsche. 2001 wurde mit der Übersetzung begonnen, an der 52 Theologinnen und Theologen beteiligt waren, 2006 wurde die Bibel in gerechter Sprache schließlich veröffentlicht.

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Derzeit liegt die Auflage bei 70.000 Exemplaren. Die Mehrzahl der ÜbersetzerInnen gehört der protestantischen Kirche an, was darin begründet liegt, dass die Idee der Übersetzung auf dem Evangelischen Kirchentag begründet wurde, es nahmen aber auch einige katholische TheologInnen teil.

Die Bibel in gerechter Sprache eignet sich für den ökumenischen Gebrauch. Im Vorwort der erste Auflage wurde deutlich gemacht, dass jede Bibelübersetzung ständiger Revision und Überarbeitung bedarf. Es wird seitens der Herausgeber beabsichtigt, zum gegebenen Zeitpunkt eine Neubearbeitung zu veröffentlichen.

Ziel der Neuübersetzung ist es, die Texte aus dem Aramäischen, Griechischen und Hebräischen in gerechter Sprache ins Deutsche zu übertragen. Dabei kamen neue Erkenntnisse aus den Bereichen der feministischen Theologie, des jüdisch-christlichen Dialogs, der Befreiungstheologie und der Sozialethik zum Tragen.

In den bisherigen Übersetzungen der Bibel wurden viele Funktionen oder Berufe wie Jünger, Pharisäer und Könige ausschließlich in der männlichen Form benannt. Nach sozialgeschichtlichen Forschungen muss man aber davon ausgehen, dass diese Rollen zur damaligen Zeit auch von Frauen ausgefüllt wurden. So gibt es in der Übersetzung in gerechter Sprache auch Hirtinnen, Fischerinnen und Prophetinnen.

Es wird außerdem ein stärkerer Fokus darauf gelegt, dass Jesus und die ApostelInnen der jüdischen Gemeinde entstammten. Durch die neue Übersetzung sollen auch Machtstrukturen verdeutlicht werden, die insbesondere unter der Herrschaft des Römischen Reiches bestanden, darunter auch die Sklaverei.

So werden Mägde in dieser Übersetzungen zu Sklavinnen, da dies der sozialen Realität der Zeit entspricht und auch durch die ursprünglichen Texte getragen wird. Auch wird die traditionelle Gottesansprache HERR oder ER durch verschiedene Ansprachen ersetzt. Der nach jüdischer Tradition unaussprechliche Name Gottes JHWH wird in mehreren möglichen Lesevorschlägen dargestellt, darunter auch einige weibliche.

In einigen Gemeinden findet die Bibel in gerechter Sprache auch Verwendung im Gottesdienst, von vielen wird sie allerdings abgelehnt. Das Ziel der ÜbersetzerInnen war in erster Linie der private Gebrauch und ein Anstoß zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Neben der Bibel in gerechter Sprache sind auch einige Begleitpublikationen erschienen, welche die Grundlagen der Übersetzung darlegen und andere Bereiche des Themenkomplexes aufgreifen.
Seit 2007 ist der Text auch in elektronischer Form auf CD-ROM erhältlich. Eine Auswahl der Texte gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Helge Heynold. Auf der Website des Projekts lassen sich weitere Materialien und Leseproben finden.

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