04.04.11

Die Bibel nach Luther

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Jede Übersetzung der Bibel bedeutete eine Neuinterpretation der Bibeltexte, die ursprünglich in Hebräisch und Griechisch geschrieben wurden. Die ursprüngliche Übersetzung der Bibel ins Deutsche wurde durch Martin Luther niedergeschrieben. Martin Luther besaß nicht nur gute Kenntnisse in der hebräischen und griechischen Sprache, sondern verfügte als Theologo auch über das notwendige Wissen um die ursprünglichen Bibeltexte richtig zu interpretieren.

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Martin Luther setzte es sich nicht nur als Ziel die Bibel in die deutsche Sprache zu übersetzen, sondern wollte die Bibeltexte auch für die einfachen Menschen verständlich machen. Der Reformator begann mit der Übersetzung des Neuen Testaments, die er in der kurzen Zeit von nur vier Monaten vollendete. Die Übersetzung des Alten Testaments dauerte dagegen ganze 12 Jahre. Die Bibel nach Luther wurde eine Bibel für das ganze Volk, die in einer allgemein verständlichen Sprache geschrieben wurde.

Bevor Martin Luther die Bibel in deutscher Sprache im Jahr 1534 zum Drucken geeignet fand, glich er seine Übersetzung von seinem Freund Philipp Melanchthon, der gleichfalls ein Professor der griechischen Sprache war, sorgfältig ab. Von Anfang an bedeutete die deutsche Übersetzung der Bibel eine spektakuläre Errungenschaft. Noch nie hatte es eine so allgemein verständliche Form der Texte der heiligen Schrift gegeben. Denn Martin Luthers Übersetzung der Bibel war nicht in Hochdeutsch verfasst, sondern ist eher als ein umgangssprachliches Deutsch zu bezeichnen. Nach dem Willen der Kirche sollte diese Bibel nach Luther der Bevölkerung niemals zugänglich gemacht werden, denn Griechisch und Latein galten als die Amtssprachen der Kirche und so sollte es auf jeden Fall auch immer bleiben. Die gläubigen Christen sollten die heiligen Texte aus der Bibel nicht ohne eine Überprüfung der Inhalte lesen dürfen und deshalb wurde Luthers deutsche Übersetzung der Bibel von der Kirche als gefährlich erachtet.

Dabei war die deutsche Übersetzung der Bibel durch Martin Luther in einem Sprachstil verfasst, der nicht zum Vortragen oder Vorlesen geeignet gewesen ist, sondern mehr zum still lesen und verstehen. Die Bibel nach Luther ist nicht als eine reine Übersetzung der Bibel anzusehen, sondern Martin Luther schuf mit ihr ein literarisches Werk, in dem die Worte mit einer Bildhaftigkeit versehen worden sind, die den Alltag der Menschen zur damaligen Zeit andeuteten. Deshalb übertrug Martin Luther schwer verständliche Textteile der Bibel in Vergleichen in den Alttag der Menschen. Denn in den Augen von Martin Luther, sollte ein jeder Mensch Zugang zu den tröstenden Worten Gottes in der Bibel haben und das nicht nur der Gruppe der Bevölkerung möglich sein, die schon in der damaligen Zeit über einen höheren Bildungsgrad verfügten.

Die Bibel nach Luther wurde unzählige Male sprachlich neu überarbeitet und angeglichen worden. Sie wurde von unzähligen Verlagen neu aufgelegt und gedruckt. Bis in die heutige Zeit wird dieses literarische Werk bei Gottesdiensten benutzt und diese heiligen Texte werden der Gemeinde vorgetragen und auch als eine Grundlage für die Predigt verwendet.

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